„Empört Euch und macht es besser.“

Márta war zu Gast bei einer gemeinsamen Veranstaltung des Thalia Kinos und der ‚Potsdam bewegt Bildung e.V.‘ zur Filmvorführung mit anschließender Podiumsdiskussion in Potsdam.
Sie fand dort einen ganzen Kinosaal voller Gleichgesinnte: engagierte Pädagog*innen, die unermüdlich nach neuen Wegen suchen, die (Schul-)Bildung stärker am Menschen und seinen Bedürfnissen auszurichten.

Pär Ahlbom, der Hauptprotagonist des Films Autonomie statt Anpassung, hat seinen Lehrer*innenfortbildungen den Titel „Intuitive Pädagogik“ gegeben. Unter diesem Namen hat er in dreijährigen Kursen Pädagog*innen trainiert, mehr innere Beweglichkeit zu erlangen, um sie körperlich und seelisch in die Lage zu versetzen, zur Autonomie statt zur Anpassung zu erziehen.

Sein Autonomie-Begriff skizziert einen sehr individuellen, von seiner Umgebung emotional fast unabhängigen Menschen, der sich im Hier und Jetzt befindet und spürt, was er möchte, spürt, wo seine Grenzen liegen.
Solch ein Mensch ist auch das Idealbild für seine*n Pädagog*in, deren*dessen Arbeit in erster Linie darin besteht, die eigenen Abweichungen von diesem Ideal zu bemerken und stetig zu verkleinern. Eine typische Stelle, wo solche Abweichungen auftreten, sind natürlich die Gefühle, mit denen er auf seine Schüler*innen reagiert…

Er empfindet zum Beispiel, dass ein Schüler ihn nervt. Hier muss er sich bewusst machen, dass es eigentlich nicht der Schüler ist, der ihn nervt – sondern er selber, der sich ärgert. Die Verantwortung liegt also ganz und gar bei ihm, sich selber nicht weiter zu nerven. Dafür muss er an sich arbeiten, nach Gründen und Punkten suchen, die er dann verändern kann, sich also innerlich bewegen.

Sein Verhalten den Schüler*innen gegenüber ist von diesem Willen zur Akzeptanz geprägt, der aber nicht mit der oft kritisierten Ignoranz vieler antiautoritärer Pädagogik-Richtungen zu verwechseln ist, welche ohne eine tatsächliche Auseinandersetzung alles per se von den Heranwachsenden akzeptiert – diese emotionale Arbeit also grundsätzlich scheut.

Sein Pädagog*innen-Ideal hat immer ganz viele Angebote in der Tasche und übernimmt grundsätzlich eine Leitungsrolle, auch wenn die Lehrkraft die autonomen Wünsche der Heranwachsenden fast uneingeschränkt berücksichtigt und es zum Beispiel selbstverständlich findet, dass Kinder auch mal rausgehen und sich eine Runde bewegen, wenn sie das Bedürfnis nach frischer Luft und Bewegung haben, selbst wenn es mitten im Unterricht dazu kommt.

Liebe Student*innen und Pädagog*innen, was meint ihr? Könnt Ihr Euch vorstellen so zu unterrichten? Oder wäre das grundsätzlich nichts für euch? Wo seht ihr Gemeinsamkeiten oder Differenzen mit dem Mathalaxie-Projekt?

Ich bin super gespannt auf eure Kommentare.

Liebe Grüße, Márta

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